Der Normalfall ist bereits automatisiert. Wert entsteht dort, wo Lieferungen, Bestände, Anlagen und Menschen vom geplanten Ablauf abweichen.

Blueprint, keine Kundenreferenz

Dieses Szenario zeigt, wie ein eintägiger Agentic Engineering Hackathon im Feld Intralogistik und Warehouse Automation aussehen kann. Es beschreibt keinen durchgeführten Kundenauftrag und behauptet keine erzielten Kennzahlen. Der Blueprint übersetzt typische Branchenbedingungen in einen realistischen, sicheren Build Day.

Die stärkste Besetzung verbindet Warehouse Operations, Software Engineering, Service, Produktmanagement und Automatisierungstechnik. Diese Rollen betrachten denselben Workflow aus unterschiedlichen Richtungen: tatsächlicher Nutzerbedarf, technische Machbarkeit, Datenlage, Risiko und Anschlussfähigkeit. Der Hackathon verdichtet diese Perspektiven auf eine überprüfbare Demo.

Der operative Engpass

In einem Lager laufen viele standardisierte Bewegungen zuverlässig. Zeit verlieren Teams an Ausnahmen: eine Palette fehlt, ein Auftrag hängt, ein Fahrzeug meldet einen widersprüchlichen Zustand oder mehrere Systeme beschreiben denselben Vorgang unterschiedlich. Die Lösung braucht technischen und operativen Kontext.

Ein Agent kann Ereignisse bündeln, passende Betriebsanweisungen finden und einen prüfbaren Handlungsvorschlag vorbereiten. Er sollte keine physische Aktion autonom auslösen. Der interessante Prototype ist ein klarer Mensch-in-der-Schleife-Workflow, der Ausnahmen schneller verständlich macht.

Jungheinrich und Körber veröffentlichen umfangreiche digitale Produkt- und Softwareaktivitäten rund um Intralogistik. Diese öffentlichen Signale zeigen einen softwareintensiven Markt; sie sind keine Aussage über eine Zusammenarbeit mit ALL IN AGI. [1][2]

Fünf geeignete Challenges

Eine gute Challenge besitzt einen konkreten Nutzer, einen begrenzten Eingang, einen sichtbaren Ablauf und eine Demo, die am selben Tag geprüft werden kann. Sie versucht nicht, einen gesamten Kernprozess zu automatisieren. Sie beantwortet eine relevante Machbarkeitsfrage.

Die folgenden Beispiele sind Startpunkte für das Challenge Design. Im Sponsor Call werden sie an vorhandene Systeme, strategische Prioritäten und die Fähigkeiten der Teilnehmenden angepasst.

  • Ein Exception Cockpit, das synthetische Lagerereignisse priorisiert und relevante Kontextinformationen zusammenführt.
  • Ein Flotten-Support-Assistent, der Fehlerbild, Handbuch und bekannte Prüfsequenzen mit Quellen anzeigt.
  • Ein Auftrags-Trace, der einen hängenden Workflow systemübergreifend als verständliche Ereigniskette darstellt.
  • Ein Schichtübergabe-Generator, der offene Ausnahmen, Entscheidungen und nächste Owner strukturiert zusammenfasst.
  • Ein Konfigurations-Prototyp für eine begrenzte Warehouse-Regel mit Simulation und menschlicher Freigabe.

Daten und Security werden vorbereitet

Synthetische Aufträge, Fahrzeugzustände, Lagerplätze und Ereignisfolgen können typische Ausnahmen realistisch abbilden, ohne Kundendaten zu verwenden. Für den Prototype reicht häufig ein begrenzter, repräsentativer Ausschnitt. Entscheidend ist nicht Datenmenge, sondern ob die Beispiele den Nutzerfluss und die schwierigen Ausnahmen glaubwürdig abbilden.

Der Prototype bleibt von Steuerungs- und Produktionssystemen getrennt; APIs können simuliert und alle vorgeschlagenen Aktionen als nicht ausführbare Empfehlungen dargestellt werden. Der Event umgeht keine Freigabe. Er macht den erlaubten Pfad praktisch nutzbar und dokumentiert offen, welche Annahmen, Simulationen und menschlichen Entscheidungen im Prototype stecken.

So läuft der Build Day

Vor dem Termin wählen Sponsor und Challenge Owner drei bis acht Aufgaben aus. Ein Setup-Check prüft Accounts, Geräte, Repositories, Beispielinformationen und Startbefehle. Am Morgen erhalten die Teams einen kurzen Tool-Impuls und schneiden danach Nutzerfluss, Eingaben und Demo-Ziel endgültig zu.

Mindestens siebzig Prozent des Tages wird gebaut. Facilitator helfen bei Scope, Agenten-Workflow und Blockaden; Fachpersonen validieren Annahmen. Am Nachmittag stabilisieren die Teams den wichtigsten Pfad und zeigen beim Demo Day Funktion, Grenzen, verwendete Daten und einen sinnvollen nächsten Schritt.

Was nach einem Tag belastbar ist

Der Demo Day kann zeigen, ob ein Ausnahmefall schneller erklärt, priorisiert und an die richtige Person übergeben wird und welche Daten für einen Pilot fehlen. Belastbar bedeutet dabei nicht produktionsreif. Ein guter Prototype belegt einen Nutzerfluss, macht technischen und organisatorischen Aufwand sichtbar und erlaubt eine bessere Entscheidung über Weiterarbeit.

Jedes Ergebnis wird mit Funktionsstand, Nutzenhypothese, Risiken, Tool-Reibung und einem nächsten Eigentümer festgehalten. So wird aus dem Branchen-Blueprint keine Show, sondern ein kleiner Activation Pilot, der Capability und konkrete Chancen gleichzeitig sichtbar macht.

Für Intralogistik und Warehouse Automation ist auch ein negatives Ergebnis wertvoll. Wenn Quellen nicht verlässlich verbunden werden können, eine Ausnahme zu viel Domänenurteil verlangt oder die Integration den Nutzen übersteigt, weiß der Sponsor das nach einem begrenzten Versuch statt nach einem langen Projekt.

Weitergeführt wird nur, was einen erkennbaren Nutzerwert, einen verantwortlichen Owner und einen realistischen technischen Pfad besitzt. Alles andere bleibt dokumentiertes Lernen. Diese Konsequenz schützt das Unternehmen davor, einen überzeugenden Demo-Moment mit einer belastbaren Produktentscheidung zu verwechseln.

Quellen

  1. Jungheinrich: Smarte Produkte und digitale Innovationen
  2. Körber: Supply Chain Software